back home - unbeirrt

 

durch unser dorf führt der jakobsweg. da kann man sie beobachten, pilger. pilger die bei sonnenschein, wind und regen, berucksackt, unbeirrt ihrem ziel entgegen schreiten.

 

faszinierend finde ich diese form von reisen. zum einen, dass jemand gewillt ist, eine grosse distanz zu fuss zurückzulegen. vielmehr aber beeindruckt mich die idee über tage marschierend auch eine reise zu sich selbst zu machen. ich überlege mir, als was für menschen sie starten und als was für menschen sie dann wohl ankommen werden. wie und durch was kann die transformation stattfinden? findet sie überhaupt statt? werden sie erkennen, was sie sich erhoffen? wird es bestand haben? können sie das erwünschte in ihren alltag integrieren? und, die wichtigste frage: was war der auslöser? mit welcher motivation haben sie ihren fuss zum ersten schritt, auf den noch unbekannten weg, aufgesetzt?

 

für mich undenkbar wochen laufend unterwegs zu sein und in herbergen zu nächtigen. und trotzdem immer wieder gedankliche verführungen. das wär's! einfach mal loslaufen, zeit haben, sich zeit nehmen, hirn lüften, hirn neu ordnen, natur erleben, sich einmitten, …

 

und dann ist es geschehen. mit einem glas rotwein in der hand, philosophierend, lachend, träumend, haben wir unser 2019 konkretisiert. routiniert die agenden vor uns (mittlerweilen deren 5!!! für uns zwei!!! ich: meine agenda auf dem handy und – vertraue nie der technik zu 100% – meine papieragenda. reto, mein mann: seine handy-agenda, sein geschäftlicher outlook-kalender und – warum zum kuckuck führen wir diesen noch? – den grossformatigen am kühlschrank hängenden uli-stein-familienkalender mit mittlerweilen nur noch 2 anstelle von 4spalten.) … also die agenden vor uns mit den bereits im 2018 beschlossenen ferienfenstern und reto sinnierte wie cool doch seine fahrradtour mit einem unserer söhne nach bern und retour gewesen sei. was sie alles erlebt hätten! wie eindrücklich es gewesen sei den üblichen arbeitsweg von damals anstelle von öv oder auto mal im fahrradtempo mit fahrradfahrerblick zu erstrampeln.

 

rotwein-schluckpause, seufzer, stille …

 

… wäre genialst, mal von hier ins engadin (retos eltern sind engadiner) zu radeln. ich: pures entsetzen! velofahren? da kannst du mich jagen! mir tut schon mein hintern weh, wenn ich nur daran denke! no way! und dann gedankenstürme, beide quatschen drauflos, aufgeregt, immer mehr flüchtige sprudelnde ideen verdichten sich und zack: der plan steht! wir laufen! wir wandern! wir pilgern! auf unserem ganz eigenen weg! wir wollen "back home"! (auch wieder doppeldeutig: zurück nach hause, in unser haus und zurück zu uns, unser nächstes lebenszeit-abschnitts-alter einläuten.) wir erlaufen den weg von guarda nach hause, nach hofstetten. back-home: engadin, berner oberland.

 

super plan! nun geht's an die details… hammer! wir sind unbeirrt. das machen wir! das schaffen wir! das wollen wir!

 

schnaps-, respektive rotwein idee? was ist deine meinung?

Kommentare: 6
  • #6

    brigitte filli (Donnerstag, 14 März 2019 07:54)

    @ beat - tschutschi-mein-lieblingsschwager: wir starten erst im herbst und wir werden wo immer möglich die wanderwege und nicht die hauptstrassen nehmen. dauert zwar länger, wird aber genussvoller (oder anstrengender?). dir auch "bel di" und ä fette branclada

  • #5

    Beat (Donnerstag, 14 März 2019 07:23)

    Cura laivat cumanzar cun cuischt project? Diretissima o davo las vias dals autos? Salüds e bel Di ���

  • #4

    brigitte filli (Mittwoch, 13 März 2019 13:50)

    @ elisabeth: dann hast du mir ja sicher tipps und tricks. müssen unbedingt mal darüber quatschen! freue mich auf deinen erfahrungsbericht!

  • #3

    Elisabeth (Mittwoch, 13 März 2019 13:22)

    "Bist du in Eile, so gehe langsam".
    Eine absolut genjale Idee. Habe vor ein paar Jahren etwas ähnliches gemacht. Es hat sooooo guuuuut getan!
    Bin gespannt auf eure Berichte. Viel gute Erlebnisse und Freude auf eurem Weg!

  • #2

    brigitte filli (Mittwoch, 13 März 2019 10:26)

    @ liselotte: diese überlegung haben wir uns auch gemacht. wollen wir zum ursprung zurück wandern oder dem heutigen entgegen? und irgendwie hat der bauch schliesslich entschieden, dass wir den weg nach hause so machen sollten. bin dann auf's resultat gespannt … werde dir berichten! bis gli mal!

  • #1

    Liselotte (Dienstag, 12 März 2019 23:20)

    Geniale Idee �. Wobei ich für mich wahrscheinlich den umgekehrten Weg wählen würde, zurück zu den Wurzeln; meine Wurzeln, mein Ursprung, meine Heimat, meine Sehnsucht ...