back home - irrungen und wirrungen

(foto quelle: wikipedia - güner lückli)

 

was für irrungen, wirrungen und was für eine diskussion.

 

ok! klar ist, wir laufen von guarda nach hofstetten.
beide schnappen sich online-unterstützung. mein gewählter routenplaner zeigt knapp 55 stunden an. ich: "easy, schaffen wir locker in einer woche!" dann setzt das hirn seine tätigkeit ein. "wieviele stunden pro tag wollen und mögen wir überhaupt wandern? wieweit kommt man in einer stunde? sind wir nicht immer viel schneller am ziel als auf wanderwegweisern angegeben? wann starten wir morgens, wieviel zeit geht für erholungspausen flöten? was wenn's regnet, wenn's nur regnet? und überhaupt, wollen wir den vom routenplaner vorgeschlagenen weg überhaupt wählen? geht's uns darum möglichst schnell nach hause zu kommen oder wählen wir ein genussvolles wanderreisli?" das wir in dann vorzubuchenden hotels übernachten wollen, da sind wir uns wenigstens einig. wir sind ja nicht mehr 20 und mit motorrad und schlafsack unterwegs. also geistig gings ja noch, aber unsere körper, die mögen das irgendwie nicht mehr.

 

göttergatte ist noch in seine wander-app-suche vertieft und findet mein fragenbombardement nicht wirklich hilfreich. und in all die antwortleere luft fallen seine worte: "aber meine wurzeln sind auch in zernez. starten wir jetzt von guarda aus oder von zernez aus?" ächzzzzz…. das ist ein problem. warum mussten meine schwiegereltern auch in zwei verschiedenen dörfern geboren und aufgewachsen sein!

 

wir vereinen unsere dickschädel über einem gemeinsamen bildschirm und versuchen mit logischer herangehensweise diese schwierigkeit zu lösen… da das engadin so wunderschön ist (wie auch das berner oberland!) fällt die entscheidung recht zügig. zu fuss von hofstetten nach brienz, dann mit dem zug nach zernez, übernachten, am nächsten tag nach guarda wandern. yeehhh, im problemlösen funktionieren wir super. scheinbar. wir stürmen nämlich bereits über die zugroute, dann über die wanderstrecke, dann über die zwischenhalte.

 

schweigen… jeder für sich vor einem bildschirm. ich geb's auf. ich raff das nicht. mir doch egal welchen weg wir nehmen. grosszügig teile ich diese erkenntnis mit. reto strahlt. mit riesigem engagement präsentiert er mir tage später unsere wanderroute. et voilà!

 

das ging aber zügig. misstrauisch überprüfe ich auf meinem routenplaner die streckenabschnitte mit den dazugehörigen übernachtungs-hotels. und, ha! ich hab einen fehler gefunden! wir landen bei einem abschnitt auf einem gebirgspässli. hinauf führt ein weg, aber hinunter? ich google, ich googel-mappe und drehe den pass 3d in alle richtungen, bis mir selbst fast schlecht wird, kein weg auf der andern seite wird sichtbar, ich recherchiere, ich meckere: "nein! auf keinen fall laufe ich da diesen hügel rauf und weiss dann nicht, wie ich auf der anderen seite wieder runter komme!

 

göttergatte: "wo's rauf geht, geht's auch wieder runter! ist doch logisch!" zeit ihn an eine wanderung vor jahren zu erinnern, als wir mit unseren damals noch pubertierenden jungs irgendwo im nichts standen und die jungs und ich daher noch heute behaupten, dass uns unser selbsternanntes familienwanderoberhaupt den höhenkurven anstatt den wanderwegen entlang führte und wir ihm seither jegliche leminge-gefolgschaft verweigern und seine routen mit argusaugen vor antritt kontrollieren.

 

was für ein desaster! dieses "güner lückli"  schafft es, das "fill'sche vorwanderglückli" schlagartig zu zerstören.

 

tage und kopfzerbrechen später aber steht die definitive route, die hotelzimmer sind gebucht: zernez à guarda à flüelapass à davos à wiesen à lenz à thusis à bonaduz à flims à ilanz à trun à sedrun à oberalppass à wassen à susten à und …

 

was meinst du? schaffen wir es an einem tag vom susten, steingletsch über innertkirchen, meiringen bis hofstetten?

 

auf unserem trainingsplan jedenfalls steht diese route als teststrecke schon mal fest.

 

und zeit zu trainieren haben wir noch wochen. wir starten diesen herbst. wow! was für ein abenteuer!

 

planung abgeschlossen, vorbereitung kann beginnen.

 

Kommentare: 6
  • #6

    brigitte filli (Freitag, 15 März 2019 14:54)

    @beat - "lieblingsschwager": ohne sänfte! die letzte etappe, das heimische kuschlige bett so kurz vor dem näschen - die macht uns schon kummer… aber wir haben bereits die zusage, dass wir, falls wirs überhaupt bis innertkirchen schaffen, dort sogar motorisiert abgeholt werden.
    aber seien wir ehrlich: uns zwei sturgrinde wird wohl niemand davon abhalten können, uns halb (oder ganz) kaputt, auch noch die letzten Kilometer zu geben ;-)

  • #5

    Beat (Donnerstag, 14 März 2019 17:43)

    Super Route in einer Sänfte!!! Letzte Etappe ist dann schon Ehrgeizig. Susten ist schon mit dem Töff und 911er never ending story!! Da seid ihr eh bald zuhause und gerade erst warmgelaufen!!!

  • #4

    brigitte filli (Donnerstag, 14 März 2019 07:57)

    @ familienwanderoberhauptmann - göttergatte: wenn ich du wäre, würde ich auch alles dran setzen diese höhenkurvenwanderung aus dem gedächtnis zu verbannen ;-) aber, ja, die steinpilznudeln sind ebenso familien-legendär wie unser verpeiltes herumirren ;-)

  • #3

    brigitte filli (Donnerstag, 14 März 2019 07:51)

    @ birgit: danke! du scheinst wandererfahren, vielleicht kannst du uns noch nützliche tipps und tricks auf den weg geben. ja, bis montag, herzlichst!

  • #2

    birgitlange544@gmail.com (Mittwoch, 13 März 2019 22:05)

    Hoi Brigitte, tolle Route, vorallem wenn man sie selbst zurecht bastelt. Deshalb geh ich gern mit einer Gruppe und Bergführer. Da kann ich ganz entspannt die Tour genießen. Finde es trotzdem super, was ihr auf die Beine stellt. Schöne Restwoche euch allen, bis Montag. Lg Birgit

  • #1

    familienwanderoberhauptmann - göttergatte ;-) (Mittwoch, 13 März 2019 15:43)

    an gewisse details kann ich mich einfach nicht erinnern, insbesondere die höhenkurvenwanderung... haben wir da nicht berge von steinpilzen heimgeschleppt?
    die planung ist komplett abgeschlossen � ... und alle hotels sind schon gebucht, inkl. zugsbillette gekauft �