tag 3: guarda - flüela hospitz

 

ich öffne die vorhänge und blinzle neugierig raus. sieht nicht übel aus. der wetterbericht scheint sich nicht zu bewahrheiten. der wanderung auf den flüela steht nichts im wege. duschen, frühstücken, rucksack packen, blick nach draussen... das wetter hat sich grad chli verändert. also: regenhosen raus, handschuhe und mütze griffbereiter im rucksack verstauen und los. 

wir beschliessen eine erste lagebesprechung in lavin abzuhalten. munter geht‘s den hang runter. unsere gordon setter hündin geniesst den regen. da scheinen ihre schottischen gene zu jubeln (gordon setter sind die schottischen setter). sie mag wasser in jeder form und nebliges wetter sowieso. wir auch, bis es kurz vor lavin so richtig schüttet. der schweifende blick sieht keine wetterverbesserung. in lavin stellen wir uns ins trockene und ich äussere meine „postauto wär jetzt angesagt“-tendenz. reto hat da noch vorschläge wie wir bis susch laufen könnten um dort dann erneut zu beratschlagen. „susch nehme mier denn z susch z poschi!“ meine begeisterung flackert grad auf sparflämmchen. es kübelt wieder wie blöd vom himmel runter. reto: „ok, wir sind ja zum wandern und nicht zum schwimmen unterwegs!“

also geniessen wir kaffee und tee im piz linard, lavin und warten auf die postautoabfahrt richtung flüela.

wir plaudern und trocknen langsam vor uns hin.

wir diskutieren die nächsten etappen und die steilheit der pässe. reto: „der susten ist zu beginn recht stutzig“. ich: „stotzig“. reto: „nai, stutzig. der stutz = stutzig!“ ich: „wie sagst du das denn auf bündnerdeutsch?“ „stail! eifach stail.“...

ok, postauto in lavin bei strömendem regen pünktlich ab, in susch wechseln auf‘s postauto richtung flüela und ende susch dann vorübergehend endstation... passstrasse gesperrt... gemütliches käffele mit dem postautochauffeur (ein jugendkollege von reto - die beiden haben sich einiges zu erzählen) und die passöffnung ersehnen. nach knapp 2 stunden kanns hoch gehen/fahren. kaum unterwegs werden wir vom passhotel angerufen und gefragt, wie es uns geht und ob wir sicher unterwegs sind. wow! wären wir in den verschneiten tobel zu fuss am hochächzen, wären wir zumindest vermisst worden. das zimmer erwartet uns kuschelig beheizt und der koch steht uns heute wohl zur alleinigen verfügung.

tja, da hat uns der wettergott ausgerechnet bei der kniffligsten, zweitlängsten route einen gehörigen strich durch unsere wanderplanung gemacht.

bin gespannt, was wir unterwegs als nächstes erleben...

jetzt freuen wir uns auf ein feines, verfrühtes aber verdientes nachtessen und einen kräftigen schluck rotwein... wandern kann so cool sein!