tag 6: wiesen - lenz

“s het grägnet i de bärge, mier hei ändlich chönne gah. es paar fränkli un e schlafsack isch alls wo mer hei kah...“ polo hofer und seine rumpelstilze geistern seit heute früh in meinem kopf herum und trällern ihr „d rosmarie und i“ in dauerschlaufe. die wörter formen sich in meinen hirnwindungen neu und ich hör nur noch: „äs rägnet i de bärge mier hei ändlich z poschi chöne näh. äs schüttet heftig und z poschi isch alls wo mer jetz näh...“ ich trällere reto das lied vor und hoffe, er versteht den wink mit dem zaunpfahl trotz der schiefen töne. polo wechselt sich ab mit einem mortsgluscht auf ein kühles glas rivella. wir sind schlag 10:00 von wiesen richtung schmitten aufgebrochen. retos superplan führt uns über einen schmalen waldweg mehr oder weniger unsanft der bergflanke entlang. ich, immer noch mit den rivella-trinkenden rumpelstilzen beschäftigt, hänge mit der einen schuhbändelschlaufe im obersten freien haken des andern schuhs ein. ... hei bin ich da arm- und stockfuchtelnd mit innigst verbundenem schuhpaar an reto vorbei gehüpft. ich schwör, dass hat sogar polo kurz die stimme verschlagen! reto erklärt sich zum „ab jetzt bind ich deine schuhe“-mann.

regen und schüchterner sonnenschein wechseln sich ab. in schmitten hat reto von meinem dauergesang bezüglich „z poschi isch alls, wo mier wei näh“ genug und er baut sich mit entnervtem blick vor einem postautofahrplan auf. yeehhhh! hab ich nicht den besten aller ehemänner? der kann wohl meine gedanken lesen! meine füsse jubeln, reto schaut finster und ich freu mich auf‘s rivella. kaum im postauto wieder dauerregen. alvaneu und brienz ziehen gemächlich an uns vorbei.

wir kommen trotz der heute verkürzten wanderetappe gut durchnässt und gekühlt im sarain in lenz an. nun ab ins wellness, füsse hochlagern, geniessen und polo dankend verabschieden. 

und morgen, ja morgen sehen wir dann weiter...