tag 7: lenz - thusis

“sanft em hügel entlang abe“... das war die etappenbeschreibung von reto. 

jetzt liegsitze ich totkaputt im hotelzimmer in einem sessel und wünsche mir eine rivella-pipeline (warum zum kuckuck hab ich so lust auf rivella? habe doch sicher die letzten 35 jahre keinen schluck mehr davon getrunken) direkt zu mir, jemanden, der mir die füsse massiert oder andere füsse. andere füsse wär fast besser, weil diese sind, glaube ich, fertig gebraucht! (kennst du das gefühl, wenn’s so steil runter geht, dass sich zehen, füsse und die waden gefühlt im vordersten drittel deines schuhs versammeln?) und ich werd mit meinem gatten mal über begriffe wie „sanft“ und „hügel“ diskutieren. irgendwie scheinen wir da dialektschwierigkeiten zu haben.

das war echt eine krasse route. runter wie blöd (nicht sanft) und dann wieder den berg (nix hügel) rauf. und ich weiss nichts gescheiteres als den vorschlag zu machen, dass wir doch die folgenden wegkurven mit „einmal steil rauf und wiese traversieren“ übertölpeln könnten. ... ich hab oben angekommen echt fast gekotzt vor lauter kaputt sein. und nein, ich kann‘s nicht sanfter formulieren, weil: „mir wurde grad etwas übel wegen der anstrengung“ würde dem ganzen  bei weitem nicht annähernd gerecht  werden. also, als mir so richtig kotzübel war, habe ich mir geschworen sämtliche nächsten etappen mit dem postauto hinter mich zu bringen. ca. eine viertelstunde später mit geradeaus wandern waren aber alle anstrengungen wieder vergessen. und dann gings runter... und wieder hoch... und runter...   ich bin sowas von kaputt. ich schau neben mich... WIR sind sowas von kaputt.

falls ich morgen meine füsse bewegen kann, geht‘s weiter nach bonaduz.