schmackhafte nicht-selbstverständlichkeit

 

die beste weise, sich um die zukunft zu kümmern,
besteht darin, sich sorgsam der gegenwart zuzuwenden

 

was für eine zeit! so vieles scheint surreal. eine zeit, die unsicher vielleicht sogar ängstlich macht. in der viele um ihre berufliche existenz bangen. in der das häusliche zusammenleben konflikte bergen kann. aber auch eine zeit, in der werte sich herauskristallisieren, klären oder verschieben, sich wichtiges von unwichtigem trennt.

in meiner küche stehen auf dem inneren fenstersims zwei mit kräutern bepflanzte blumenkisten.

wie oft habe ich in der vergangenheit, in der hektik des beruflichen und privaten alltags rasch rasch noch kräuter eingekauft, diese dann unachtsam irgendwo hingestellt um sie "wenn ich dann zeit habe" einzutopfen? und, es ist mehrmals vorgekommen, dass diese dann schlicht in vergessenheit gerieten und vor sich hinwelkten, durch neue ersetzt wurden, die dann zwar pflichtbewusst aber eher lustlos umgehend gesetzt wurden.

und aktuell? mit einer riesen freude habe ich diese kräuter entdeckt und gekauft, die eingewinterten blumenkisten aus ihrem schopfdomizil geholt, ordentlich gereinigt und basilikum, petersilie, schnittlauch und minze liebevoll mit erde umpolstert.

mehrmals täglich fällt mein blick nun auf die duftende grüne pracht, morgens prüfe ich sorgfältig die feuchtigkeit der erde und voller freude verfeinere ich das essen mit sorgfältig gezupften blättern und stengeln.

… ich mag kräuter, mochte sie schon immer und kaufte jedes frühjahr mit grosser begeisterung möglichst viele verschiedene und möglichst exotische varianten. und heute? heute sind die gewöhnlichsten plötzlich so wertvoll.

eine der lehren, die ich aus der corona-situation ziehe ist, dass ich künftig sorgfältiger und achtsamer mit pflanzen umgehen will. warum? weil so vieles nicht selbstverständlich ist und auch nicht wieder werden soll.

 

 

ich wünsche dir eine gesunde achtsame zeit!