ich krieg die krise

lass mich, ich muss mich da jetzt kurz reinsteigern

 

eigentlich hätte ich viel zu tun, respektive könnte viel arbeiten. ich denke da an konzepte überarbeiten, online-learning anbieten, homepage neu gestalten, weitere angebote austüfteln, das buch fertig schreiben, welches schon so lange ungeduldig vor sich hin zappelt, firmen auf meine kurse aufmerksam machen, und und und…

und was mache ich?

ich funktioniere in einer art corona-zeitschlaufe. aufstehen (tatsächlich früh!), duschen und aufhübschen (ab sofort vor dem ersten kaffee, damit face-id sich wieder an mich gewöhnt), kaffee (ok, 2 kaffees), corona-nachrichten lesen und hören (immer noch surreal), mir viel vornehmen (zeitmanagement ist alles), liste mit allen to-dos erstellen (ist wäre toll viel abhaken zu können), nachdenken (muss auch mal sein), auf dem weg zum schreibtisch in irgendeinem zimmer landen und in irgendeiner schublade irgendwas suchen (meist während dem suchvorgang vergessen was), feststellen, dass der raum einen frühjahresputz nötig hat (inklusive schubladen misten und inhalte nach farben und grösse oder zweck sortieren, neu ordnen, besser ordnen), nachrichten checken (der virus hat sich noch nicht verpisst), mails beantworten und die vielen filmchen und witze auf whats-app anschauen, weil humor ja gut tut (irgendwo hab ich doch noch mein wasserglas stehen), auf dem weg in die küche mir wieder ganz viel vornehmen (liste begutachten, erstaunt feststellen, dass noch nichts abgehakt ist), an den computer sitzen (nahe der verzweiflung sein, weil alle ideen irgendwo in quarantäne sind), googeln, ob es sich bei der meise im baum vor dem fenster um eine tannen- oder eher eine nonnenmeise handelt (der unterschied scheint mir gerade wichtig), mich während dem googeln auf einer spannenden psychologie seite wiederfinden (kleine ideenflämmchen flackern auf), mit entsetzen feststellen, dass bald mittag ist, bei der dringend einberufenen espressositzung (doppeldeutigkeit lässt grüssen) mit home-office-ehemann diskutieren, was am mittag und was am abend auf den teller kommen soll, in der hoffnung, dass geistesblitze auch mein hirn wieder einmal treffen, doch eine schublade ausmisten, reinigen, sorgfältig einräumen (bereits nervös zur nächsten äugen)… und zack schon ist kurz vor mittag! hektik, hundespaziergang, wäsche aufhängen, bad putzen, mittagessen hexen, nachrichten besprechen, liste begutachten (immer noch jungfräulich), nächste schublade in angriff nehmen (laune verlässt mich und haut ab zu den geistesblitzen), den ehemann, der vorsichtig nachfragt, was ich denn da tue, entsprechend anschauen (heisst: leichtes anheben einer augenbraue und nasenflügel etwas weiten, blick kurz intensivieren, zischend einschnaufen und luft kurz geballt anhalten um beim ausatmen die mundwinkel leicht abzusenken), geräuschvoller schubladen misten (damit mann hört, was frau tut), beim zvieri-tee ermattet ins sofa fallen und überlegen welche serie in wievielen folgen am abend geschaut werden möchte, hundespaziergang, …

echt, ich glaube ich habe zusätzlich zum staatlich verordneten lockdown ein gehöriges persönliches braindown.

und dann noch diese verflixte sche… schubladeneinteilung, die, kaum an der einen stelle eingefädelt an zwei andern wieder rausflutscht. und wenn sie sich nicht von selbst wieder löst, muss ich feststellen, dass ich die abstände falsch abgezählt habe und alles beginnt von vorne…

ich krieg die krise… ich hab die krise! mit mir selbst.

aber die hoffnung stirbt zuletzt. ab montag wird alles anders! am montag starte ich mit mehr disziplin.

 

ich wünsche dir deinen wunschtagesablauf mit vielen erledigten to-dos und ein entspanntes wochenende.