abstand halten

wer seine eigenen grenzen nicht kennt,
findet nur sehr schwer die richtige distanz zu anderen.

 

"halten sie abstand!" häufig gehört in den letzten wochen, oder?

 

zuviel nähe ist uns menschen meist so oder so unangenehm. das distanzverhalten unserer kultur wird in der psychologie in 4 zonen eingeteilt:

 

intimzone (bubble) – in dieser blase fühlen wir uns beschützt und sicher. personen, die unsere intimzone nicht betreten sollen, halten wir uns ungefähr eine armlänge vom leibe und nur jene, denen wir vertrauen, lassen wir näher bleiben. die ausnahme bildet zum beispiel das dicht-beieinander-stehen-müssen im bus oder fahrstuhl. da behandeln wir die anderen oft als "nicht-existierend", sind eher angespannt, fixieren irgendeinen punkt in der umgebung, vermeiden blickkontakte und stellen uns bevorzugt dicht nebeneinander anstelle hintereinander.

 

in die persönliche zone (ca. 60 cm bis ca. 1,2 m) lassen wir in einem gespräch familie, freunde und gute kollegen.

 

die soziale zone (ca. 1,2 m bis 3,6m) nutzen wir unter geschäftsleuten, zu flüchtig bekannten und auch beim warten am bahnsteig. damit stellen wir sicher, dass man sich nicht berührt.

 

die öffentliche zone (ab ca. 3,6 m) ist für uns unproblematisch.

 

und aktuell gelten halt einfach die viren-bedingten abstandsvorschriften.

 

foto: 13.06.2020 aufgenommen im ballenberg

 

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Kommentare: 2
  • #1

    a.k.gabriel (Mittwoch, 16 September 2020 13:05)

    Mir behagt der momentane Abstand sehr. Mit meiner Körpergrösse ist es manchmal nicht sehr angenehm, wenn die Leute zu nahe stehen. Wirkt dann auch schon mal bedrohlich, auch wenn keine Hand aufgezogen wird (nein, ich habe kein Kindheitstrauma mit Schlägen). Auch wenn ich körperlich gesehen, eher in der Mini-Liga mitmache, kann ich mich trotzdem auf Augenhöhe unterhalten und fast überall mitreden.
    Abstand kann heilend wirken auf die Seele. Mit einer gewissen Distanz sieht das Thema nicht mehr ganz so wild aus.
    Auch das verlassen der eigenen Komfortzone belebt. Es erweitert den eigenen Horizont. Wir lernen uns wieder besser kennen. Neuer Schwung im Leben tut uns allen gut.
    Das Leben ist Abstand, Nähe, Loslassen, Annehmen, Geniessen, Lieben, Leben.....und so vieles mehr!

    Our life!!!!!
    Isn't it beautiful?

  • #2

    brigitte filli (Mittwoch, 16 September 2020 14:05)

    @a.k.gabriel: ich kann dich verstehen. allerdings fehlt einigen menschen die bisherige nähe und einfache berührungen. eindrücklich, was mir vor kurzem eine pflegefachfrau zu diesen fehlenden körperkontakten und deren auswirkungen erzählt hat. aber du sagst es genau richtig: das leben ist nähe/abstand, annehmen/loslassen und vorallem lieben und leben!